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12.12.2004

hamburgerabendblatt

8/9.11.2003

3.12.2004

lübeckernachrichten

11.11.2003

stotageblatt

22.10.2003

Museumslandschaft Stormarn":
 
Wer kennt denn das Büromaschinen-Museum?
Qualifizierungsprojekt und „Lernen fürs Leben" verbinden
 
„Gedruckt in Santa Fu" hieß es bei der Vorstellung des neuen und einzigen kleinen aber inhaltsreichen Führers durch die verschiedenen Stormarner Museen und privaten Sammlungen und Stiftungen. Und bei dieser Aussage handelt es sich um keinen Witz, sondern um die Umsetzung eines sozialen Projektes. Die Entstehungsgeschichte des gesamten Werkes macht es noch „anschaulicher": LN-Redakteur Tonio Keller hatte nach seiner ausführlichen Serie über Stormarner Museen im Sommer 2003 die Projekt-Idee, die Kulturstiftung Stormarn bezuschusste diese großzügig mit 5.000 Euro und das LernNetzWerk Drei-Länder-Eck als Zentrum für interkulturelle Bildung und Arbeit übernahm die Realisierung und Umsetzung der Idee und damit die Erstellung des kleinen 95-seitigen Buchwerkes bis zum Druck. „Lebenslanges Lernen" ist das Ziel der Förderung durch das LernNetzWerk. In der „Schreibwerkstatt" des Netzwerks konnten circa sechs bis acht Beschäftigte der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Stormarn (BQS) durch den Weiterbildungsverbund auch unter Einbeziehung von EU-Fördergeldern qualifiziert und in „vielfältigster Weise motiviert werden", sagt Dr. Albrecht Iwersen, Manager des LernNetzWerks. So konnte das „Lernen am sinnhaften Projekt" und damit die Qualifizierung und Förderung von sozial schwachen Menschen umgesetzt werden bis einschließlich Druck; den Auftrag hierzu erhielt die Justizvollzugsanstalt (JVA) Hamburg-Fuhlsbüttel.
 
Das Projekt könne durchaus als Pilotvorhaben angesehen werden so Iwersen. Und auch Landrat Klaus Plöger kann sich durchaus Folgeprojekte vorstellen, die zur anschaulichen Darstellung Stormarner Themen beitragen und Bildungsförderung sowie Vermittlung von Wissen um die eigene und fremde Kulturen beinhalten. Insgesamt 18 Museen bringt der Museumsführer den Stormarnern näher. Dass es eine Vielzahl kleiner Museen und privater Sammlungen im Stormarner Raum gäbe, sei vielen in Stormarn gar nicht bekannt, so Sigrid Kuhlwein von der Kulturstiftung. Die zumeist ehrenamtlich geleiteten Museen verdienten durchaus mehr Publikumsbeachtung - nicht nur von auswärtigen Besuchern sondern auch von den Einwohnern. Um hierfür verstärkt zu werben, habe das Kuratorium der Kulturstiftung sich mit einem Zuschuss an der Realisierung des Projektes beteiligt.
„Mit dem Museumsführer wird eine Lücke geschlossen", sagt Sigrid Kuhlwein. Es gäbe bisher nur wenige Führer, die auf die kulturellen Besonderheiten des Kreises hinweisen. Den Anspruch der Vollständigkeit möchte der Kollege der Tageszeitung erfüllen, der mit seinen Foto- und Textwerken die Entstehung möglich machte.

skuhlwein

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Große Freude über den kleinen und ausführlichen Museumsführer: Landrat Klaus Plöger, Siegrid Kuhlwein, Dr. Albrecht Ewersen und Tonio Keller.
Fotos: Poppe-Albrecht

Ahrensburger Zeitung (Hamburger Abendblatt) 8./9..November 2003

Herr Kischka muss bleiben!"

MODELLPROJEKT
Der Handwerksmeister steht
Hauptschülern in schwierigen
Situationen zur Seite.
Hilfe nur noch bis zum Sommer ?
 

kischka

Unter Anleitung von Horst-Peter Kischka (57) gestaltet Philipp (12) seine Bewerbungsunterlagen am Computer.
 

Von Jens Peter Meier

Bad Oldesloe - "Die besten Lernergebnisse stellen sich beim praktischen Arbeiten ein", sagt Horst-Peter Kischka. Der 57-Jährige hilft Jugendlichen auf ihrem Weg ins Berufsleben. Im Auftrag der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Stormarn (BQS) ist er an der Oldesloer Klaus-Groth-Schule als so genannter Seniorpartner tätig. Der ausgebildete Handwerksmeister hilft schulmüden Hauptschülern in schwierigen Situationen und motiviert sie, sich intensiver am Unterricht zu beteiligen, um ihre Leistungen zu verbessern. Auch bei der Suche nach einem Praktikum oder Ausbildungsplatz hilft er.
Seine Arbeit hat sich bewährt, ist aber in Gefahr: Die Finanzierung seiner Stelle sowie die von zwei weiteren Seniorpartnern ist unter anderem durch eine Spende von der Bürgerstiftung der Sparkasse Stormarn nur bis Ende des Schuljahrs gesichert. "Herr Kischka muss bleiben", sagt Philipp Richter (12), der sich bei der Gestaltung seiner Bewerbungsunterlagen helfen lässt.
Die BQS finanziert ihre drei Seniorpartner weitgehend mit Mitteln aus dem Programm Strukturanpassung des Arbeitsamts. Schulleiterin Hildegard Pontow (54) bemüht sich nun darum, zusätzliches Geld für eine Weiterbeschäftigung von Horst-Peter Kischka einzuwerben. "Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave ist zwar von dem Projekt begeistert, aber einen Fördertopf dafür gibt es nicht", sagt sie.
"Bei den wachsenden Problemen auf dem Arbeitsmarkt wird es immer wichtiger, wenigstens einen Hauptschulabschluss zu machen", sagt Hildegard Pontow. Die Wirtschaft erwarte von den Jugendlichen außerdem Höflichkeit, Pünktlichkeit, einen gepflegten Umgangston und die Bereitschaft zum Engagement. Im Elternhaus würden solche Tugenden aber immer seltener vermittelt. Die Schule müsse zunehmend diese Aufgaben übernehmen. Auch bei ihrer Berufsfindung bleiben viele Jugendliche auf sich allein gestellt. "Häufig vertreten Eltern den Standpunkt, ihr Kind sei alt genug dafür", berichtet die Schulleiterin.
Diese neuen Aufgaben hat Seniorpartner Kischka an der Klaus-Groth-Schule übernommen. Er betreut die Schüler an zwei Tagen pro Woche. Für Hildegard Pontow ist das eine große Hilfe. "Als Praktiker aus der Arbeitswelt kann er ganz anders mit den Jugendlichen umgehen als Lehrer. Beim Seniorpartner können sich die Jugendlichen auch schon mal ihren Frust von der Seele reden."
Kischka ist gelernter Maschinenschlosser und hat seinen Meister als Kälteanlagenbauer gemacht. Pädagogische Erfahrungen hat er als Ausbilder in einem Hamburger Arbeitslosenprojekt gesammelt.
Seine Erfahrungen als Ausbilder kommen Kischka ebenso zugute wie seine Computerkenntnisse. Mit den Hauptschülern hat er ein Computernetzwerk aufgebaut. "Viele sind zwar fit in Computerspielen, aber beim Umgang mit Programmen müssen sie noch viel lernen." Unter seiner Anleitung verfassen sie am PC ihre Bewerbungsunterlagen. Horst-Peter Kischka besucht die Jugendlichen auch bei ihrer Praktikums- oder Lehrstelle.
Auch ehemalige Schüler können auf seine Hilfe rechnen, wenn es Probleme gibt. Die Bilanz der Klaus-Groth-Schule kann sich sehen lassen. "Von den 55 Schulabgängern in diesem Jahr sind bis auf vier alle untergebracht", weiß Kischka.
Für die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft ist neben Horst-Peter Kischka auch noch eine Hauswirtschaftsmeisterin als Seniorenpartnerin an der Klaus-Groth-Schule tätig. Und ein Tischlermeister hat den BQS-Job an der Masurenwegschule übernommen.
erschienen am 8. Nov 2003 in Ahrensburg

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In Stormarn zu Gast: Das neue Litauen

Die Germanistin Aina Budvytyte unterrichtet Schüler und Sozialhilfeempfänger

Von Ulrike Schwalm

Bad Oldesloe - Interkulturelles Lernen für Schüler, aber auch für Sozialhilfeempfänger: Dr. Aina Budvytyte (30) aus Litauen ist Pionier auf diesem Gebiet. Als erste Osteuropäerin kam die promovierte Sprachwissenschaftlerin für Deutsch und Litauisch jetzt auf Einladung des norddeutschen Bildungsverbunds "Lernnetzwerk" für zwei Wochen nach Stormarn, um Menschen aus der Region ihr Land und ihre Kultur zu vermitteln.

"Für mich ist das eine Premiere", sagt sie, "erstmals gab ich Unterricht auf Deutsch, eine schöne Erfahrung. Jeweils zwei Doppelstunden pro Tag - im Kreisgymnasium Bargteheide, im Fachgymnasium Bad Oldesloe und in der Beschäftigungsgesellschaft Stormarn."

Alle drei sind Partner im "Lernnetzwerk Dreiländereck" (siehe Kasten). Mit rein deutschem Unterricht war es für die Wissenschaftlerin aus Siauliai, der mit 135 700 Einwohnern viertgrößten Stadt der Republik, allerdings nicht getan. Bei der Firma Paulo Miniaturen, einem Modellbaubetrieb der BQS Ahrensburg, unterrichtete sie die 30 Mitarbeiter auf Deutsch und Russisch.

"Wir sind ein Kartoffelvolk, essen aber auch gern Fleisch."

Die Sozialhilfeempfänger aus Rußland, Tschetschenien, Kasachstan, Kroatien, Bosnien, Türkei und Togo, die dort an den Werkbänken sitzen, lauschten der Litauerin genauso interessiert wie die Schüler. "Mein Ziel ist Kulturvermittlung", sagt Aina Budvytyte. "Ich erzähle von der Lebensweise der Litauer, vom Essen, von Sport und Literatur, von der wirtschaftlichen Lage und vom Beitritt Litauens zur Europäischen Union am 1. Mai 2004."

Viel hat sich seitdem geändert. "Wirtschaftlich merken wir das. Seit 14 Jahren haben wir uns auf diesen Moment vorbereitet. Auch sind seit Mai der kulturelle Austausch und der Tourismus viel aktiver." Auch internationale Investoren interessieren sich für die seit 1990 unabhängige Republik.

Die Litauer lassen einige Firmen aber auch abblitzen. "McDonald's kann bei uns nicht Fuß fassen", sagt Aina Budvytyte schmunzelnd. "Es gibt vielleicht eine Filiale in Vilnius und eine in Klaipeda. Das ist es dann schon." Die zierliche Wissenschaftlerin erklärt, warum: "Wir sind ein Kartoffelvolk, essen aber auch gern Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst. Fastfood mögen wir nicht."

Warum hat Aina Budvytyte ausgerechnet Germanistik studiert? "Das war damals, kurz nach der Unabhängigkeit, ein richtiges Modefach. Die Zahl der Studenten nahm sprunghaft zu." Sie hat im Februar 2004 promoviert. "Heute bin ich Dozentin an der Universität Siauliai." Seit 2003 arbeitet sie in der Abteilung für EU-Projekte ihrer Universität mit. Nächstes Projekt: den Dialog zwischen Non-Profit-Organisationen in Litauen und Norddeutschland fördern.
erschienen am 3. Dezember 2004 in Ahrensburg

Das Lernnetzwerk

Das Lernnetzwerk "Dreiländereck" ist ein EU-Projekt und wurde 2001 gegründet. Ziel ist es, die Idee des lebenslangen Lernens in der Region zu fördern. Initiiert hat es die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Stormarn (BQS) in Bad Oldesloe. Das Netzwerk bekommt 900 000 Euro EU-Fördermittel bis zum Jahr 2006. (sch)

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Lübecker Nachrichten vom 11.November 2003

In Bad Oldesloe werden niedrig qualifizierte Restaurateure ausgebildet

Die Kunst der Kulturgutpflege

Die Beschäftigungs- und Qualifizierungs-Gesellschaft Stormarn geht neue Wege: In ihren Werkstätten
werden jetzt Menschen ausgebildet, die sich der Erhaltung und Pflege von Kulturgütern widmen. Ein Angebot, das
sich an Gemeinden und Museen richtet

fleischhut

Regine Fleischhut erklärt Björn Sühlsen in der Oldesloer Werkstatt der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Stormarn, wie er die Oberfläche des Kieferntisches richtig versiegelt
 

Von K. KUHLMANN-MEINCKE

Bad Oldesloe - Es riecht nach Schellack und Leim, ganz besonders intensiv aber nach Holz. In der Werkstatt der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQS) in Bad Oldesloe Wird eifrig gewerkelt. Nichts ungewöhnliches, eigentlich. Neu ist jedoch, dass eine Fachkraft zur Verfügung steht, die Ihr Wissen aus dem Bereich Möbelrestaurierung einfließen lässt.
Regina Fleischhut, gelernte Keramikerin, die in einem Restaurationsbetrieb in Labenz, Kreis Herzogtum Lauenburg, gearbeitet hat, leitet die Teilnehmer von Berufsqualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen an. Später sollen es benachteiligte Jugendliche und Erwachsene sein, die zu so genannten Regionaldienstleitern in den Bereichen Kulturguterhaltung und Heimatpflege ausgebildet werden. Als Ratgeber für spezielle Fälle steht Fleischhut Ole Hansen zur Seite, ein gelernter Restaurator, der sich ab und an in der Werkstatt blicken lässt.
Im Rahmen des „LernNetzWerk Drei-Länder-Eck", einem Bildungsverbund von Stormarn, dem Kreis Herzogtum Lauenburg und Mecklenburg -Vorpommern, erläutert deren Leiter, Albrecht Iwersen, wird die Kulturguterhaltung als regionale Weiterbildungsaufgabe verstanden. Kommunen könnten von den dann ausgebildeten Personen profitieren. Denn die Kulturguterhaltung soll nicht nur im Bereich der Möbelrestaurierung funktionieren - die restaurierten Möbelstücke wären beispielsweise in Heimatmuseen gut aufgehoben. Auch in der Denkmalpflege können die ausgebildeten Personen eingesetzt werden. Sie werden beispielsweise befähigt, Dokumentationen von Friedenseichen oder Kriegerdenkmälern zu erstellen. Sie könnten die Restauration und die Pflege von Grenzsteinen oder besonderen Gartenanlagen übernehmen. „Wenn die Kommunen das wollen, können wir das machen", unterstreicht Iwersen.
Zwei Männer, so Iwersen, seien bereits qualifiziert worden. „Wir wollten sehen, was kann man mit den Leuten machen." Mit dem Ergebnis ist er sehr zufrieden. Auf drei Beinen steht die Ausbildung: einer theoretischen Einführung in die Kulturguterhaltung, darauf aufbauend erfolgt eine arbeitsbegleitende Qualifizierung in speziellen Arbeitstechniken und in Werkstoffkunde. Abschließend stehen mehrere Lerneinheiten aus den Bereichen Archivwesen, Dokumentation und Öffentlichkeitspräsentation auf dem Programm. Iwersen schwebt ein Ausbildungsgang zum niedrig qualifizierten Restaurator vor.
Dann könnte neben der Restauration von alten Holzgegenständen - in der Werkstatt wurde bereits eine alte Flachsschwinge restauriert - auch Metall, Stein oder Keramik bearbeitet werden. „Deshalb würden wir Frau Fleischhut auch so gern behalten", erklärt Iwersen, denn als ausgebildete Keramikerin, die derzeit als ABM in der Holzwerkstatt arbeitet, wäre sie genau die Richtige. Bis dies soweit ist, dass auch in den anderen Werkstoffbereichen gearbeitet werden kann, solange zieht weiter der Geruch von Schellack durch die Werkstatt.
 

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Stormarner Tageblatt vom 22.10.2003

Seniorpartner macht Hauptschüler fit für den Job

welcker

Eine Finanzspritze hatte Peter Welcker von der Bürger-Stiftung (l.) für das Seniorpartner-Projekt mit Horst-Peter Kischka (r.) bei seinem Besuch an der Klaus-Groth-Schule dabei.Foto: Meise
 

[22.10.2003] Bad Oldesloe (Susanne Meise)
- Den Wechsel vom Schulalltag ins Berufsleben schaffen viele Hauptschüler nicht, weil es ihnen schon an grundlegenden Eigenschaften wie Pünktlichtkeit, Ordnung, Motivation und einem gepflegten Umgangston fehlt. Deshalb hat die Klaus-Groth-Schule ihren Absolventen Horst-Peter Kischka als Seniorpartner an die Seite gestellt, der sie auf die Arbeitswelt vorbereitet. Weil seine ABM-Stelle auslief und nicht verlängert wurde, ist die Bürger-Stiftung Stormarn mit einer Spende in das Projekt eingestiegen. "Herr Kischka hat einen unheimlich guten Stand bei den Schülern", berichtet Hildegard Pontow, Rektorin der Klaus-Groth-Schule. Als ehemaliger Ausbilder im Bereich Ver- und Entsorgung sowie im Garten- und Landschaftsbau, als gelernter Maschinenbauer und Meister für Kälteanlagenbau könne er den Jugendlichen genau sagen, wie es in der Wirtschaft läuft. "Außerdem kann er Schülern wie Eltern ganz anders gegenübertreten, weil er keine Noten gibt und eher eine neutrale Position hat", erklärt die Schulleiterin. Den Zugang zu den Mädchen und Jungen habe er leicht gefunden, weil er gut mit dem PC umgehen kann, sagt Kischka, der über die Beschäftigung- und Qualifizierungsgesellschaft Stormarn (BQS) - die die Idee des Seniorpartners geboren hatte - vermittelt wurde. "Die Jugendlichen kommen aus eigenen Stücken zu mir, um beispielsweise Bewerbungen zu schreiben", so der 57-jährige Trittauer. Zuvor hilft er ihnen, die richtige Berufswahl zu treffen, sich Praktikumsbetriebe zu suchen und die eigenen Fähigkeiten herauszustellen. Und wenn es nötig ist, führt er auch ein Gespräch mit den Eltern, "die sich leider immer mehr aus der Verantwortung ziehen", bedauert Hildegard Pontow. "Manche Eltern wissen gar nicht, wenn ihr Kind die Schule schwänzt", so die Rektorin. "Der Seniorpartner leistet sinnvolle Arbeit, die erforderlich ist, und wer soll sich sonst darum kümmern? Die Lehrer haben dafür keine Zeit", zieht Kischka Bilanz. "Und auch nicht die Erfahrung in der Wirtschaft", fügt Peter Welcker, Geschäftsführer der Bürger-Stiftung, hinzu. Deshalb habe er nicht gezögert, als die Bitte um Unterstützung kam. "Wenn Ausbildungsplätze und Qualifikationsmöglichkeiten immer weniger werden, ist privates Engagement gefragt", meint Welcker. 1200 Euro gab es aus dem Stiftungsfonds, der 1998 auf Initiative der Sparkasse Stormarn angelegt wurde. Dazu gibt es noch Geld von der EU über das Projekt "Lernende Region". "Damit können wir zwar nicht mehr wie bislang die ganze Woche mit Herrn Kischka rechnen, aber an zwei Tagen ist er für unsere Jugendlichen da", sagt Hildegard Pontow.
 

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